Kerstin Nicolaus als Mitglied der Enquetekommission Pflege des Sächsischen Landtages berufen.

Kerstin Nicolaus als Mitglied der Enquetekommission Pflege des Sächsischen Landtages berufen.

Der demografische Wandel ist ein Thema, das Sachsen seit vielen Jahren intensiv beschäftigt. Die Enquetekommission des Sächsischen Landtages ebenso wie die Expertenkommission der Sächsischen Staatsregierung hat sich bereits 2006 und 2008 der demografischen Entwicklung Sachsens und der Alterung der sächsischen Gesellschaft sowie den daraus resultierenden Folgen für den Einzelnen und für die Gesellschaft gewidmet. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist der demografische Diskurs in der Landespolitik außerordentlich präsent und wurde mit dem Handlungskonzept der Staatsregierung »Den demografischen Wandel gestalten« weiter konkretisiert. Diese beiden Kommissionen haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass der demografische Wandel in Stadt und Land unterschiedlich verlaufen, der Pflegebedarf stark ansteigen wird und zugleich die familiären Pflegeressourcen stark zurückgehen werden. In diesem Zusammenhang hat sich die Bundesregierung mit dem Gesundheitsminister Gröhe im vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema Pflegereform beschäftigt. Das Ergebnis ist die umfassendste Reform der Pflegeversicherung seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Mit den damit verbundenen höheren Fördermitteln haben sich auch die Handlungsspielräume der einzelnen Landesregierungen enorm verbessert. Gerade wir Sachsen und speziell der ländliche Raum sind von einer alternden Gesellschaft besonders stark betroffen. Denn fakt ist leider auch eins: Der Freistaat Sachsen ist der Alterspräsident unter den Bundesländern Deutschlands. Dies bestätigte bereits 2011 das renommierte Freiburger Forschungszentrum für Generationenverträge rund um Professor Raffelhüschen mit einem Gutachten zur Entwicklung von Alter, Rente und Grundsicherung in Sachsen. Das Fazit dieses Gutachtens zeigt, dass sich bei sonst gleichen Bedingungen die Zahl der stationären Pflegeplätze bis 2050 verdoppeln und die Grundsicherung und die Hilfe zur Pflege auf 335 Millionen Euro steigen wird. Dazu äußert sich die langjährige Landtagsabgeordnete Kerstin Nicolaus: „Diese Zahlen stellen uns alle vor neue Herausforderungen. Es ist wichtig, dass sich die Bundesregierung diesem wichtigen Thema annimmt und agiert statt nur zu reagieren. Ich bin sehr froh, dass wir als Politiker der Bevölkerung handfeste Ergebnisse präsentieren können, die sich in der Realität als wirksam erweisen.“

 

Im Einzelnen sieht das Bundesgesetz Verbesserungen in mehreren Bereichen vor. Besonders wichtig ist dabei das  Versorgungsstärkungsgesetz. Darin werden Niederlassungsanreize für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum geschaffen. Mit der Einführung von sogenannten Praxisnetzwerken soll die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Ärzten noch weiter ausgebaut werden. Servicestellen helfen weiterhin den Patienten einen Facharzttermin in zumutbarerer Entfernung zum Wohnort zu erhalten und die Wartezeiten zu verkürzen. Weiterhin wird in den Jahren 2016 – 2018 660 Millionen Euro zusätzlich für die stationäre Pflege am Bett investiert. Ab dem Jahr 2017 wird für Kliniken ein Zuschuss von 500 Millionen Euro jährlich für die Pflege zur Verfügung gestellt. Die Einführung der Kurzzeittpflege wird dem Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen und deren Angehöriger nach einer häuslichen Pflege gerecht. Die Freistellung bei den Arbeitgebern ist nun gesetzlich geregelt. Dazu Kerstin Nicolaus:“ Die Pflege in familiärer Umgebung war und ist für uns eine Herzensangelegenheit. Ältere Menschen fühlen sich in gewohnter Umgebung sicherer und die Nähe zu direkten Angehörigen erweist sich als segensreich für weitere Behandlungen. Die finanzielle Unterstützung dieser schweren Arbeit, die Ausbildung und die Beschäftigung von qualifiziertem Fachpersonal ist für uns von entscheidender Bedeutung und stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie ermutigen mit mir ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Daher stehe ich Ihnen und Euch für Diskussionen und Anregungen gern zur Verfügung.